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Rammstein Konzertbericht Lissabon

Liebe ist für keinen da
Autor: Bernd Roloff  

Wer Rammstein unzensiert will, muss derzeit ins Ausland fahren.
Wer wartet mit Besonnenheit....“ schallt es in den Saal, „....der wird belohnt zur rechten Zeit“
ruft das Publikum zurück. Am 08.11.2008 um 21 Uhr 05 begann im Pavilhão Atlântico in Lissabon
die Tournee der erfolgreichsten deutschen Heavy-Metal Band. Die Tour führt durch 27 Länder und das
Ticketkontingent war binnen Tagen ausverkauft. Welche Lieder Rammstein allerdings in Deutschland
spielen wird, kann niemand vorhersagen, denn schon der Opener des Konzerts in Lissabon stammte
von dem in der letzten Woche indizierten Album „Liebe ist für alle da“. Wie Rammstein es geschafft hat,
in Deutschland auf den Index zu kommen, bleibt jedenfalls in Ansehung der Show unklar.
 
In seinem Kern bleibt das Werk von Rammstein für Beamte des Bundesfamilienministeriums
akustisch sicherlich schwer zugänglich. Seit 1994 begärtnern Rammstein mit Doppelspulentonabnehmern
und mehrdeutiger Lyrik die Schattenpflanzen der menschliche Psyche. Dazu schwang man sich in
früheren Zeiten mit dem Klassiker „Engel“ zum Himmel empor, stieg jetzt bei „Lifad“ aber z.B. mit der
Bearbeitung des Fritzl-Inzest-Dramas (Titel: „Wiener Blut“) sehr tief in Abgründe.
Bei diesem Lied sowie bei „Ich tu dir weh“ kann einem der Jargon, mit dem die Täterperspektive
besungen wird, schon mal etwas widerlich werden, wenn man die Bühnenperformance dazu nicht
gesehen hat.
 
Rammstein hat Interpretationen seiner Stücke in ständiger Übung weder bestätigt noch dementiert.
Es gibt ergo kein konfektioniertes Rammstein-Verständnis, wenn man davon absieht, dass die Gruppe
in 2001 Vorwürfe der „Rechtslastigkeit“ in mit dem Lied „Links 2 3 4“ retournierte. Man darf folglich nichts
dabei finden, wenn einer der Gitarristen ( Richard Zven Kruspe, Paul H. Landers) in einem Vintage-Militär-Mantel
mit gleich zwei roten Armbinden und einer bedenklich geradlinigen Scheitelung des pomadigen Haupthaares
in Lissabon auftritt. Nix Nazi, dass soll vielleicht einen Kommissär aus Christian Krachts Roman :
„Ich werde hier sein, im Sonnenschein und im Schatten“ darstellen, folglich Antimilitarismus symbolisieren.
 
Insofern sei den Rammstein-Anwälten geraten, den Behördenvertretern Deutschlands Dienstreisen ins
Ausland zu spendieren. Bühnenshow und Liedgut sind ein Gesamtwerk, dass der eigenständigen Prüfung
bedarf und diese Prüfung ergibt zwingend die Reindizierung. Der Schrecken fährt einem ins Gebein,
wenn zu „Wiener Blut“ an Nylonfäden aufgehängte Puppen über den Musikern schwirren. „Ich tu dir weh“
wird spätestens dann zur Sado-Maso-Satire, als Sänger Till Lindemann, der für seine Verrichtungen
selbstverständlich einen Befähigungsnachweis nach dem SprengG besitzt, aus einer Milchkanne einen
Funkenschwall auf den Keyborder ( Christian Lorenz) herabregnen lässt, der vorher von ihm in einer
Metallbadewanne versenkt wurde. Gewaltverherrlichung sieht anders aus. Schon bei dem Lied „Pussy“,
der ersten Auskopplung aus dem „Lifad“-Album, erhoben sich indes moralische Zeigefinger, weil die
Gruppe hierfür ein Hardcore-Video produzieren lies. Wer nun Sänger Lindemann mit 6 pinken Gummidildos
aufgepflanzt auf dem Mikrofonständer sieht, „Mercedes-Benz und Autobahn, schönes Fräulein, Lust auf
mehr, Blitzkrieg mit dem Fleischgewehr“ singend, muss konzedieren, dass es sich hier um sarkastische
Kritik in Richtung Sextourismus handelt.
Implementiert in den Rest der Show werden die Vorwürfe gegen
vereinzelte Textinhalte substanzlos.
 
Die in klassischer Formation ergänzt durch Keyboard antretende Band generiert in ihren Liedern ein 
archaisches Soundgewitter, wahlweise getrieben von der präzisen doublebass Spielweise des Drummers
( Christoph Schneider) oder von unisono-riffs der Gitarristen. Die musikalische Performance von
Rammstein wird durch rhytmussynchrone Pyrotechnik im gesamten Bühnenraum unterstützt.
Von Rammstein lernen wir auch, dass Bühnennebel nicht nur wabern kann, sondern seine wahre
Bestimmung erlangt, wenn er mit Riesenventilatoren auch noch dekorativ verwirbelt wird. Allerneueste
LED-Technik, Schaum und Konfetti gibt es auch, wobei die Effekte keinen Selbstzweck haben, sondern
akzentuieren.
Als Zwischenspiel in der Show gibt Sänger Lindemann diesmal den Chansonnier. In der Mitte des im 
übrigen dunklen Bühnenraums wird eine 100-Watt Funzel angeschaltet, der Bassist ( Oliver Riedel ) kniet
sich mit einer Akustik-Gitarre neben Lindemann und es wird still im Saal. Mit „im Lichtkleid kam sie auf
mich auf mich zu“ beginnt Lindemann die Ballade „Frühling in Paris“ und es bleibt kein Auge trocken,
wenn er wie eine revitalisierte Edith Piaf in sehr deutschem französisch ( „je ne regrrrrrette rrrien“ ) besingt,
dass er es nicht bereut hat, seine Unschuld (als Sextourist?) bei einer Dame des Gewerbes
( „die Lippen oft verkauft und weich“ ) verloren zu haben. Lindemann wird auf der Tour in der letzten
Strophe die Stadt an der Seine gegen diejenige auswechseln, in der die Gruppe jeweils gastiert.
So geschehen in Lissabon.
 
Es blieb in fast 2 Stunden Konzertdauer die einzige Geste, mit der die Gruppe Kontakt zu Ihrem 
Publikum aufnahm. Es gibt keine Begrüßung, noch nicht mal eine rethorische Frage nach dem Befinden
der aus ganz Europa zum Auftaktkonzert angereisten Fans. Stattdessen steht Lindemann häufig wie ein
Volkspolizist mit auf dem Rücken verschränkten Armen da und besieht sich das Treiben in den ersten
Reihen. Der Rest der Truppe ist mit sich selbst und den Instrumenten beschäftigt, bzw. damit, nicht von
Flammenwerfern und Sprengkörpern getroffen zu werden. Der Keyborder muss sich auf seinem Laufband
halten. Wenn die Gruppe ein Defizit hat, dann ist es fehlende Spontanität und Lässigkeit in mitten all der
musikalischen Bedeutungsschwere. Hierfür müsste ein Indizierungstatbestand aber erst neu geschaffen
werden. Ansonsten setzt Rammstein in jeder künstlerischen Hinsicht Benchmarks, die lange halten
werden.
Benommen, noch im Stendahl-Syndrom, trotten wir im Nieselregen zum Taxistand. „Hintenanstellen“ 
kräht eine Dauergewellte, mitten im nächtlichen Lichtzirkus des Lissabonner Weltausstellungsgeländes.
Bernd Roloff  
PS: Lieben Dank an Bernd für die zur Verfügungstellung des Berichtes!

Aktualisiert (Mittwoch, den 18. November 2009 um 09:23 Uhr)

 

das neue Kiss-Album "Sonic Boom" ist draussen

Seit Gründung im Jahre 1972 haben Kiss bereits 18 Studioalben rausgebracht.

Produziert wurde das neue Album von Paul Stanley in Los Angeles.

Das sagt die Band selbst über Ihren neuen Silberling:

Bassist Gene Simmons sagt: "SONIC BOOM may be the best new record we've done since Destroyer!

It is Rock And Roll Over meets Love Gun!".

Paul Stanley stimmt zu: "SONIC BOOM is the perfect title for what we're

creating - it's earthshaking and deafening"!

 

Hier die Tracklist:

1. Modern Day Delilah (Album Version)
2. Russian Roulette (Album Version)
3. Never Enough (Album Version)
4. Yes I Know [Nobody's Perfect] (Album Version)
5. Stand (Album Version)
6. Hot and Cold (Album Version)
7. All For The Glory (Album Version)
8. Danger Us (Album Version)
9. I'm An Animal (Album Version)
10. When Lightning Strikes (Album Version)
11. Say Yeah (Album Version)

 

Quelle: roadrunnerrecords

Aktualisiert (Dienstag, den 20. Oktober 2009 um 20:22 Uhr)

 

Devildriver im Oktober/November auf Tour mit Behemoth

Im Oktober und November kommen Devildriver mit Behemoth im Gepäck auf Tour. Unterstützend kommt noch

SCAR SYMENTRY und ARSIS im Vorprogramm dazu.

Hier die Tourdaten:

28.10. Köln, Essigfabrik
29.10. Frankfurt, Batschkapp
30.10. Bochum, Matrix
31.10. Stuttgart, LKA Longhorn
05.11. Saarbrücken, Garage
07.11. München, Backstage
09.11. Nürnberg, Hirsch
14.11. Leipzig, Hellraiser
15.11. Hamburg, Markthalle
21.11. Berlin, Columbia Club

Quelle: roadrunnerrecords

Aktualisiert (Dienstag, den 20. Oktober 2009 um 20:12 Uhr)

 

Headbangers Open Air 2010

Auch im Jahr 2010 wollen die Veranstalter bei der größten Gartenparty der Welt ein musikalisches Höhenfeuerwerk abfeuern. Bestätigt hierfür sind bereits:

Amulance

ASKA

Battleaxe

Bloodfeast

Culprit

Der Kaiser

Greg Lindstrom & Friends

Icon

Jag Panzer

Jameson Raid

Omen

Raven

Rock Goddess

Roxxcalibur

Trench Hell

Virgin Steele

Warbringer

 

let the garden burn!!!!

Quelle:

www.headbangers-open-air.de

 

Rock Harz 2010

die ersten 4 Bands für das Rock Harz 2010 sind bestätigt:

Subway to Sally

Krypteria

DORO

Feuerengel

 

Für weitere Informationen klickt:

www.rockharz.com

 

Quelle:

www.rockharz.com

Aktualisiert (Dienstag, den 06. Oktober 2009 um 18:42 Uhr)

 
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